Flucht- und Rettungsplan
Die Entwicklung eines Flucht- und Rettungsplans nach DIN ISO 23601
Ein Flucht- und Rettungsplan ist ein essenzielles Element der Sicherheitsvorkehrungen in jedem Unternehmen. Er gewährleistet nicht nur einen sicheren und geordneten Evakuierungsprozess, sondern erfüllt auch wichtige rechtliche Vorgaben. Die Vorteile eines Flucht- und Rettungsplans nach DIN ISO 23601 sind vielfältig:
- Rechtliche Konformität:
Der Plan hilft, die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), der Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2), der VDI 4062 und der DGUV-V 1 zu erfüllen und schützt somit Ihr Unternehmen vor rechtlichen Konsequenzen. - Sicherheit von Mitarbeitenden:
Ein klarer und gut strukturierter Plan erhöht die Sicherheit Ihrer Mitarbeitenden, indem er im Notfall schnelles und zielgerichtetes Handeln ermöglicht. - Effiziente Evakuierung:
Durch die präzise Darstellung von Fluchtwegen und Sammelbörsen sorgt der Plan dafür, dass im Ernstfall alle Beteiligten schnell zu einem sicheren Ort gelangen. - Schulung und Sensibilisierung:
Der Plan fördert die Sicherheitskultur im Unternehmen und unterstützt Schulungsmaßnahmen, um das Bewusstsein der Mitarbeitenden für Notfallprozeduren zu schärfen. - Verbesserte Kommunikation:
Mit einem standardisierten Flucht- und Rettungsplan können interne und externe Kommunikation im Notfall verbessert werden, indem klare Informationen bereitgestellt werden.
7 Schritte zur Entwicklung eines Flucht- und Rettungsplans nach DIN ISO 23601
1. Bestandsaufnahme und Gefährdungsbeurteilung
Der erste Schritt besteht darin, eine umfassende Analyse Ihrer Betriebsstätte durchzuführen. Identifizieren Sie potenzielle Gefahrenquellen, bauliche Gegebenheiten und die bestehende Sicherheitsinfrastruktur. In dieser Phase sollten die Fluchtwege, Notausgänge und mögliche Hindernisse erfasst werden. Diese Gefährdungsbeurteilung ist entscheidend für die Entwicklung eines effektiven Plans und die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben.
2. Erstellung der Grundlagen für den Flucht- und Rettungsplan
Auf Basis der Bestandsaufnahme können die wesentlichen Informationen für den Flucht- und Rettungsplan festgelegt werden. Dazu gehören:
- Lage der Betriebsstätte
- Flucht- und Rettungswege
- Positionen von Notausgängen, Feuerlöschern und anderen sicherheitsrelevanten Einrichtungen
- Hinweise auf gefährliche Stoffe und spezifische Gefahren
3. Dokumentation und graphische Darstellung
Der Flucht- und Rettungsplan muss grafisch aufbereitet werden, sodass er für alle Mitarbeitenden leicht verständlich ist. Es ist wichtig, dass die Karten nach DIN ISO 23601 normgerecht erstellt werden, um eine klare Visualisierung der Flucht- und Rettungswege zu gewährleisten. Diese Visualisierung sollte gut sichtbar in den Räumlichkeiten ausgelegt werden.
4. Festlegung von Sammelplätzen und Informationsstellen
Definieren Sie klare Sammelplätze, zu denen die Mitarbeitenden im Notfall evakuieren. Diese Sammelplätze sollten gut zugänglich und von den Fluchtwegen aus leicht erreichbar sein. Darüber hinaus sollten Informationsstellen bestimmt werden, an denen Mitarbeitende und Einsatzkräfte Informationen austauschen können.
5. Regelungen zur Alarmierung und Evakuierung
Der Flucht- und Rettungsplan muss auch die spezifischen Abläufe für die Alarmierung der Feuerwehr und die Evakuierung der Mitarbeitenden festlegen. Wer alarmiert die Feuerwehr? Wie erfolgt die Benachrichtigung der Mitarbeitenden? Eine klare Kommunikation der Abläufe ist entscheidend für eine effiziente und sichere Evakuierung.
6. Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden
Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Führen Sie regelmäßige Schulungen durch, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden mit dem Flucht- und Rettungsplan vertraut sind und wissen, wie sie im Notfall reagieren müssen. Notfallübungen sind besonders wichtig, um das Wissen in die Praxis umzusetzen.
7. Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des Plans
Da sich Betriebe und organisatorische Abläufe ständig verändern können, ist es wichtig, den Flucht- und Rettungsplan regelmäßig zu überprüfen und ggf. anzupassen. Änderungen in der Gebäudeinfrastruktur oder den Betriebsabläufen müssen zeitnah im Plan dokumentiert werden.
Fazit
Die Entwicklung eines Flucht- und Rettungsplans nach DIN ISO 23601 ist eine essentielle Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit in Ihrem Unternehmen. Indem Sie klare Anweisungen und eine strukturierte Vorgehensweise etablieren, stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden im Notfall schnell und sicher evakuiert werden können. Lassen Sie uns gemeinsam an einem individuellen Flucht- und Rettungsplan arbeiten, der Ihre spezifischen Anforderungen erfüllt und Sicherheit als Chance für Ihr Unternehmen begreift!
FAQ Flucht- und Rettungsplan nach DIN ISO 23601
- Arbeitsstätten, deren die Lage, die Ausdehnung oder die Art der Benutzung der Arbeitsstätte erforderlich machen
- Hochhäuser
- Versammlungsstätten
- Verkaufsstätten
- Beherbergungsstätten ( Hotels, Jugendherbergen, …. )
- Kindergärten
- Schulen
- Seniorenheime
- Krankenhäuser
- Sonstige Bauten als Auflage der zuständigen Baubehörde über den Paragrafen „Sonderbauten“ bzw. Berufsgenossenschaft, Gefährdungsbeurteilung
Er ist für den Nutzer (Besucher, Mitarbeiter, …) eine Informationsquelle, welche ihn über die Fluchtwege, Evakuierung sowie Mittel zur Brandbekämpfung (Feuerlöscher, Wandhydranten, .. ), Standort des Sammelplatzes aufklären.
In regelmäßigen Abständen