Skip to main content Skip to page footer

Lehrgänge im Bereich Gefahrgutunfall und Notfallmaßnahmen

Torsten Strempel beantwortet die 3 wichtigsten Fragen

Handlungsempfehlungen gemäß aktueller Vorschriften


1. Gefahrenlage einschätzen und Eigenschutz sicherstellen

  • Sofort die Situation beobachten und Gefahren für Personen, Umwelt und Sachwerte erkennen.
  • Eigene Sicherheit hat oberste Priorität: Abstand halten, Schutzkleidung (PSA) anlegen und Gefahrenbereich nur mit geeigneter Ausrüstung betreten.

2. Unfallstelle sichern und Zugang beschränken

  • Gefahrenbereich absperren und unbefugte Personen fernhalten.
  • Warnhinweise anbringen und gegebenenfalls Evakuierungsmaßnahmen einleiten.

3. Notruf absetzen und fachkundige Hilfe alarmieren

  • Sofort die zuständigen Rettungs- und Einsatzkräfte informieren (Feuerwehr, Polizei, Gefahrgut-Experten).
  • Wichtige Informationen bereitstellen: Art und Menge des Gefahrguts, Unfallhergang, vorhandene Gefahren (z.B. Brand, Austritt, Explosion).

4. Erste Maßnahmen zur Gefahrenabwehr einleiten

  • Nur wenn ausreichend geschult und mit geeigneter Ausrüstung: Erste Lösch- oder Abdichtmaßnahmen durchführen.
  • Ausbreitung von Gefahrstoffen durch Abdichten, Auffangen oder Umleiten verhindern.

5. Betroffene Personen schützen und versorgen

  • Verletzte aus dem Gefahrenbereich bringen, Erste Hilfe leisten und bei Bedarf medizinische Versorgung anfordern.
  • Bei Kontamination Dekontaminationsmaßnahmen einleiten.

6. Dokumentation und Information

  • Alle Maßnahmen, Beobachtungen und eingesetzten Mittel dokumentieren.
  • Informationen an Einsatzleitung und Verantwortliche weitergeben.

Rechtsgrundlagen und Empfehlungen:

  • ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße)
  • GGVSEB (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt)
  • Feuerwehr-Dienstvorschriften (z.B. FwDV 500 – Grundlagen der Gefahrenabwehr)

Diese Schritte bilden die Grundlage für ein sicheres und effektives Handeln bei Gefahrgutunfällen. Sie schützen Menschenleben, minimieren Umweltschäden und unterstützen eine koordinierte Einsatzführung.

 

Die SBGN-Lehrgänge sind speziell darauf ausgerichtet, Einsatzkräfte umfassend auf den Umgang mit Gefahrgutunfällen vorzubereiten – sowohl theoretisch als auch praktisch.

Inhaltliche Einbindung:


Das Thema als integraler Bestandteil mehrerer Module behandelt. Es umfasst die rechtlichen Grundlagen, Gefahreneinschätzung, Notfallmanagement und spezifische Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Die Inhalte orientieren sich an den aktuellen Vorschriften wie ADR, GGVSEB und den Feuerwehr-Dienstvorschriften. 

Wesentliche Schwerpunkte sind:

  • Erkennen und Klassifizieren von Gefahrstoffen
  • Gefahrenanalyse und Risikobewertung am Einsatzort
  • Schutzmaßnahmen für Einsatzkräfte und Umwelt
  • Alarmierungsketten und Koordination mit anderen Einsatzorganisationen
  • Einsatzplanung und Durchführung von Notfallmaßnahmen (Abdichten, Eindämmen, Evakuierung)
  • Dokumentation und Nachbereitung von Einsätzen
     

Didaktische Methoden:


Die Vermittlung erfolgt durch eine Kombination aus:

  • Vorträgen und Präsentationen: 
    Vermittlung von Grundlagenwissen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
     
  • Fallbeispielen und Szenarien: 
    Analyse realer oder simulierte Gefahrgutunfälle zur Förderung des Problemlösungsdenkens.
     
  • Gruppendiskussionen: 
    Erfahrungsaustausch und Reflexion von Vorgehensweisen.
     
  • Multimediale Lernmaterialien: 
    Einsatz von Videos, Grafiken und interaktiven Tools zur Veranschaulichung komplexer Sachverhalte.
     

Praktische Übungen und Schwerpunkte:


  • Einsatzsimulationen: 
    Realitätsnahe Übungen, in denen die Teilnehmenden Gefahrgutunfälle erkennen, bewerten und geeignete Maßnahmen ergreifen müssen.
     
  • Schutzausrüstungstraining: 
    Anlegen und korrekter Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA).
     
  • Abdicht- und Eindämmtechniken: 
    Praktisches Üben von Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Gefahrstoffen.
     
  • Kommunikations- und Führungsübungen: 
    Koordination im Team und Kommunikation mit anderen Einsatzkräften und Leitstellen.
     
  • Notfallmanagement: 
    Durchführung von Evakuierungen, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Dekontamination.

Im Rahmen der SBGN-Lehrgänge wird die Reaktion auf Gefahrgutunfälle umfassend und praxisnah vermittelt. Die Inhalte sind klar strukturiert und orientieren sich an gesetzlichen Vorgaben und bewährten Verfahren. 

Durch die Kombination aus theoretischer Wissensvermittlung und intensiven praktischen Übungen werden die Teilnehmenden befähigt, Gefahrgutunfälle sicher, effektiv und koordiniert zu bewältigen. 

Die didaktische Vielfalt fördert nicht nur das Verständnis, sondern auch die Handlungskompetenz unter realistischen Einsatzbedingungen.

 

Konzept zur Zusammensetzung und Qualifizierung des Teams bei Gefahrgutunfällen. 
Die praktische Umsetzung dieses Konzepts fördern eine nachhaltige Sicherheitskultur im Unternehmen.
 

1. Teamzusammensetzung bei Gefahrgutunfällen


Gemäß aktuellen Standards und gesetzlichen Vorgaben (GGVSEB, ADR, TRGS) sollte ein Notfallteam bei Gefahrgutunfällen interdisziplinär und kompetent aufgestellt sein, um eine effektive Gefahrenabwehr sicherzustellen. Die typischen Rollen umfassen:

  • Gefahrgutbeauftragter
    Verantwortlich für die Koordination der Gefahrgutprozesse und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Er besitzt fundierte Fachkenntnisse im Gefahrgutmanagement und ist zentraler Ansprechpartner im Notfall.
     
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit / Sicherheitsbeauftragter
    Zuständig für den Arbeitsschutz und die Umsetzung sicherheitsrelevanter Maßnahmen im Betrieb.
     
  • Einsatzleiter / Sicherheitsbeauftragter vor Ort
    Führt das Notfallteam, trifft taktische Entscheidungen und koordiniert interne und externe Einsatzkräfte.
     
  • Gefahrgutfahrer / Logistikpersonal
    Bringt praktische Erfahrung im Umgang und Transport von Gefahrgut ein, unterstützt bei der Gefahreneinschätzung.
     
  • Fachkräfte mit SBGN-Ausbildung
    Speziell geschulte Einsatzkräfte, die in SBGN-Lehrgängen (Brandschutz, Gefahrgut, Notfallmanagement) ausgebildet wurden, übernehmen die operative Gefahrenabwehr, Notfallmaßnahmen und Kommunikation mit Rettungskräften.
     
  • Externe Fachberater / Feuerwehr mit Gefahrgutspezialisten
    Werden bei größeren Unfällen hinzugezogen und unterstützen mit Spezialwissen und Ausrüstung.
     

2. Qualifikationen und Schulungen


Die SBGN-Lehrgänge sind speziell konzipiert, um Einsatzkräfte auf Gefahrgutunfälle vorzubereiten. Sie vermitteln praxisnahes Wissen und Handlungskompetenz in den Bereichen:

  • Gefahrgutklassifizierung und -kennzeichnung
  • Gefahreneinschätzung und Risikomanagement
  • Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Eigenschutz
  • Notfallmanagement, Abdichten und Eindämmen von Gefahrstoffen
  • Kommunikation und Koordination im Einsatz
  • Rechtliche Grundlagen (GGVSEB, ADR, TRGS)
     
  • Die Einbindung von SBGN-geschultem Personal im Notfallteam erhöht die Sicherheit und Effektivität der Gefahrenabwehr maßgeblich.
  • SBGN-Lehrgänge gewährleisten, dass die Einsatzkräfte aktuelle gesetzliche Anforderungen erfüllen und auf realistische Einsatzszenarien vorbereitet sind.
  • Durch regelmäßige Auffrischungen bleibt das Team handlungsfähig und informiert über Neuerungen im Gefahrgutrecht und in der Technik.

Ein effektives Notfallteam bei Gefahrgutunfällen setzt sich aus fachlich qualifizierten und gut geschulten Mitgliedern zusammen, die unterschiedliche Verantwortlichkeiten abdecken. 

Die Integration von SBGN-geschulten Einsatzkräften ist dabei unerlässlich, um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden. Durch gezielte Schulungen, regelmäßige Auffrischungen und systematische Überprüfung der Einsatzbereitschaft schaffen Unternehmen und Organisationen eine belastbare Grundlage für den Schutz von Mensch, Umwelt und Sachwerten.

 

Torsten Strempel
zum Thema Gefahrgutunfall und Notfallmaßnahmen

Kontakt